Innovationsscouting

Mit dem Innovationsscouting beobachten wir die Bau-Branche und berichten über die Durchdringung von ausgewählten Themen und Innovationen in der Branche. Wir nutzen dazu Daten der veröffentlichen Websites der Organisationen in der Branche, die im Internet veröffentlicht sind und werten diese entsprechend aus. Das Innovationsscouting wurde vom Institut für Mittelstandsforschung an der Universität Mannheim, basierend auf wissenschaftlichen Vorarbeiten entwickelt. Mehr zur Methode finden Sie hier

Nutzen Sie unseren Innovationsexplorer, um zu erfahren, wie sich bestimmte Themen in der Branche verbreiten. 

Weitere Informationen zur Methode
 

Beobachtete Themen und Innovationen

Ökobilanzierung

Die Ökobilanz (engl. LCA – Life Cycle Assessment) ist eine systematische Analyse der Umweltwirkungen von Produkten, Verfahren oder Dienstleistungen entlang des gesamten Lebenswegs. Dazu gehören sämtliche Umweltwirkungen, die während der Produktion, der Nutzungsphase und der Entsorgung sowie den damit verbundenen vor- und nachgeschalteten Prozessen, wie beispielsweise die Herstellung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, entstehen.

Die Methode der Ökobilanz kann als Tool für umweltorientierte Entscheidungen herangezogen werden. Das prinzipielle Vorgehen bei der Durchführung einer Ökobilanz setzt sich zum einen aus der Analyse der Stoff- und Energieströme des gesamten Produktsystems inklusive aller beteiligten Prozesse entlang des Lebensweges eines Produktes zusammen.

  • Glossareinstieg
  • Nachhaltigkeit
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RC-Beton

Der RC-Beton (Recylingbeton; engl. "resource-saving concrete") ist eine Betonart, bei der ein Teil der natürlichen Gesteinkörnung, wie Kies und Sand, durch rezyklierte Gesteinskörnung aus mineralischen Bau- und Abbruchfällen ersetzt wird. Dieser stellt eine ressourceneffiziente Alternative zu herkömmlichem Beton dar, da er Primärrohstoffe sparrt sowie zur Reduzierung von CO2-Emissionen beiträgt. Durch den Einsatz von rezyklierter Gesteinskörnung in Betonfertigteilen fördert RC-Beton die Kreislaufwirtschaft, da er Bauabfälle wiederverwertet und Deponievolumen verringert (Jegen, 2023, S. 67).

  • Innovationsscouting
Roboter/Robotik

Ein Roboter ist ein System, das dem Menschen Arbeit abnimmt. Allerdings werden nur solche Maschinen als Roboter bezeichnet, die körperliche Arbeit verrichten. Zur Steuerung von Robotern wird immer häufiger KI eingesetzt, teils arbeiten solche gesteuerten Roboter auch mit Menschen zusammen (“CoBots”). Die Robotik ist ein Forschungsfeld der KI mit dem Ziel, Roboter zu entwickeln, die in einem gegebenen Rahmen selbstbestimmt mit der physischen Welt interagieren können.

  • Ki-Glossareintrag
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Serielle Sanierung

Serielle Sanierung bezeichnet die energetische Modernisierung bestehender Gebäude mit industriell vorgefertigten, passgenauen Fassaden-, Dach- und Technikmodulen, die vor Ort schnell montiert werden. Das zugehörige Förderprogramm soll Innovationen in diesem Bereich anregen, neue Verfahren und Komponenten entwickeln lassen und deren Markteinführung unterstützen. Ziel ist es, Sanierungen effizienter, kostengünstiger und klimafreundlicher zu gestalten.

  • Innovationsscouting
Urban Mining

Aus Sicht des Umweltbundesamtes ist Urban Mining die integrale Bewirtschaftung des anthropogenen Lagers mit dem Ziel, aus langlebigen Gütern sowie Ablagerungen Sekundärrohstoffe zu gewinnen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Güter noch aktiv genutzt und erst in absehbarer Zukunft freigesetzt werden oder ob sie bereits das Ende ihres Nutzungshorizonts erreicht haben. Sie alle sind Teil der Betrachtung. Anders als der Name vermuten lässt, bezieht sich Urban Mining nicht allein auf die Nutzung innerstädtischer Lager, sondern befasst sich vielmehr mit dem gesamten Bestand an langlebigen Gütern. Darunter fallen beispielsweise Konsumgüter wie Elektrogeräte und, Autos aber auch Infrastrukturen, Gebäude und Ablagerungen auf Deponien.

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Methode

Die Methode des Innovationsmonitoring basiert auf Arbeiten des Teams Digitalisierung am Instituts für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim. Bei diesem Vorgehen werden mehrere Ebenen an Informationen zusammengetragen und gemeinsam ausgewertet.

Ebene 1 – Themen und Innovationen: Basierend auf externen Quellen (Fachzeitschriften, wissenschaftliche Artikel) mögliche interessante Themen wie “Wohnungsnot” oder “Produktivitätsstau” und mögliche Konzepte und Innovationen zur Lösung dieser Themen (z.B. “serielles Bauen” oder “Building Information Modeling”) gesammelt. Die Themen und Konzepte werden beschrieben und kategorisiert und erhalten jeweils Keywords, die typischerweise in Texten verwendet werden, die sich mit diesen Themen auseinandersetzen. 

Ebene 2 – Rekonstruktion des organisationalen Feldes der Baubranche im Internet: Basierend auf auf einer recherchierten Startliste von Organisationen der Baubranche in Deutschland wurden in einem iterativen Verfahren die Organisationen identifiziert, die im organisationalen Feld der Baubranche enthalten sind. Organisationale Felder sind eine Übermenge von einfachen Branchen und sind geeignet um komplexere Diskurs- und Beziehungsanalysen durchzuführen. Sie enthalten insbesondere auch Organisationen, die bei der Anwendung eines engen Branchenbegriff nicht direkt enthalten wären. Z.B. Verbände, Fachzeitschriften und Medien. Diese sind aber für die vorliegenden Untersuchungen wichtig. 

Ebene 3 – Datenerfassung mit Web-Crawler und Datenaufbereitung: Basierend der Liste der Organisationen im organisationalen Feld der Baubranche werden mittels eines Web-Crawlers monatliche Snapshots erstellt. Die Snapshots enthalten die kompletten Webseiten der beobachteten Organisationen.

Die Snapshots werden anschließend bei der Datenaufbereitung in zwei inhaltliche Ebenen aufbereitet: 

  1. Netzwerk von Organisationen: Die Verlinkung der Domains wird verwendet, um das Netzwerk von Organisationen zu rekonstruieren. 
  2. Indizierung der Textinhalte: Die Texte der Websites werden extrahiert und in einem Volltextindex indiziert.

Ebene 4 – Datenvisualisierung

Anhand der in Ebene 1 identifizierten Themen und Innovationen der Baubranche wird mit den Daten aus Ebene 3 die Verteilung der jeweiligen Themen je Domain ermittelt und in einem gesondert entwickeltem Tool im Web visualisiert. Nutzer können somit einen Einblick über die Dynamik und die Verteilung von Themen und möglichen Lösungen und Innovationen erhalten. 

Quellen

Achim Oberg, Walter W. Powell, Tino Schöllhorn (2022). "Representations of Self in the Digital Public Sphere: The Field of Social Impact Analyzed Through Relational and Discursive Moves", Digital Transformation and Institutional Theory, Thomas Gegenhuber, Danielle Logue, C.R. (Bob) Hinings, Michael Barrett

Wruk, Dominika, Tino Schöllhorn, & Achim Oberg (2020). “Is the Sharing Economy a Field? How a Disruptive Field Nurtures Sharing Economy Organizations”, Research in the Sociology of Organization, Vol. 66, pp. 131-162.

Powell, Walter W. & Achim Oberg (2017). “Networks and Institutions”, in: The SAGE Handbook of Organizational Institutionalism, Eds: Greenwood, R; Oliver, C.; Lawrence, T.B.; Meyer, R.E. (pp. 446-476). Los Angeles, London, New Delhi, Singapore, Washington DC, Melbourne: SAGE Publications.